Warum ist ein Betriebsrat wichtig?
Betriebsratsarbeit: Ohr und Sprachrohr der Belegschaft
Ein Betriebsrat bringt nicht nur den Arbeitnehmern im Betrieb viele Vorteile – auch Arbeitgeber profitieren von einem guten Betriebsrat, denn ein gut funktionierendes Betriebsratsgremium ist das Sprachrohr seiner Angestellten. Wenn der Chef Interesse an seiner Belegschaft zeigt, bekommt er mit einem engagierten Betriebsrat auch motivierte Mitarbeiter.
Die Vorteile eines Betriebsrats für die Arbeitnehmer
In allererster Linie ist der Betriebsrat die ehrenamtliche Interessenvertretung für die Belange der Belegschaft. Er kümmert sich darum, dass im Unternehmen alle Vorschriften – insbesondere die zum Schutz der Arbeitnehmer – eingehalten werden und gestaltet betriebliche Entscheidungen zum Wohle der Belegschaft und des Betriebs mit.
Der Betriebsrat stellt sicher, dass bei wichtigen Entscheidungen auch die Mitarbeiter mit ihrer Meinung vertreten sind. Durch Betriebsversammlungen beteiligt er regelmäßig seine Kollegen, für Fragen oder Beschwerden kann er Sprechstunden anbieten.
Außerdem kann der Betriebsrat auch eigene Ideen entwickeln und so das betriebliche Miteinander mitgestalten. Das ist wichtig, da der Arbeitgeber bei seinen unternehmerischen Entscheidungen manchmal die Belange der Arbeitnehmer aus den Augen verlieren kann. Da braucht es ein aufmerksames Gremium, das sich für die Interessen der Belegschaft einsetzt.
Ein Betriebsrat zahlt sich aus: Die Vorteile für den Arbeitgeber
Aber nicht nur die Belegschaft profitiert vom Bestehen eines Betriebsrats, die betriebliche Mitbestimmung hat auch positive Effekte auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen. So sind Betriebe mit Betriebsrat oft produktiver und innovativer, haben eine geringere Fluktuation und eine familienfreundlichere Personalpolitik, wie ein Gutachten der Hans-Böckler-Stiftung zeigt.
Was macht die Stärke des Betriebsrats aus?
Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Abhängigkeit vom Arbeitgeber sind Arbeitnehmer automatisch in einer sozial schwächeren Verhandlungssituation. Deshalb kann ein Betriebsrat die Rechte seiner Kollegen viel effektiver einfordern und durchsetzen, als es der einzelne Kollege selbst könnte. Der Gesetzgeber hat vorgesorgt: Indem Betriebsratsmitglieder einen besonderen gesetzlichen Kündigungsschutz genießen und so frei agieren können, müssen sie sich nicht aus Sorge um den eigenen Arbeitsplatz bei der Ausübung ihres Amtes zurückhalten.
Wo kann der Betriebsrat überall mitreden?
Vor allem dann, wenn es um Themen wie Kündigungen und Personalabbau geht, ziehen Entscheidungen des Arbeitgebers häufig soziale Härten für die Arbeitnehmer nach sich. Welch Glück, wenn es dann einen Betriebsrat gibt, der ihnen in solch schwierigen Fällen mit Rat und Tat zur Seite steht. Darüber hinaus kann ein Betriebsrat seine Kollegen auch in anderen Bereichen schützen, wofür er so genannte Beteiligungsrechte, die ihm einen Anspruch auf Mitsprache einräumen, inne hat – und zwar in fast allen Bereichen des Unternehmens. Der Betriebsrat kann nämlich sowohl in sozialen und personellen als auch in wirtschaftlichen Angelegenheiten mitbestimmen.
Beispiele für soziale Angelegenheiten:
- Arbeitsentgelt
- Arbeitszeitregelungen
- Urlaubsregelungen
- Technische Einrichtungen
- usw.
Beispiele für personelle Angelegenheiten:
- Kündigung
- Einstellung
- Versetzung
- Beurteilungen (Personalfragebogen)
- usw.
Unternehmen mit mehr als 100 Arbeitnehmern sind zusätzlich verpflichtet, einen Wirtschaftsausschuss zu gründen (§ 106 Abs. 1 S. 1 BetrVG). Dieser liefert dem Betriebsrat wichtige Informationen über wirtschaftliche Belange des Unternehmens, so dass dieser auch in diesem Bereich mitreden kann.
Beispiele für wirtschaftliche Angelegenheiten:
- Betriebsänderungen
- Wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens
- Produktions- und Investitionsprogramme
- Fabrikations- und Arbeitsmethoden
- usw.
Fazit:
Ein Betriebsrat ist daher nicht nur in Notsituationen eine wichtige Institution für die Belegschaft, sondern kann auch darüber hinaus viel bewirken. Am besten gründen Sie ihn, bevor es brenzlig wird!